Untermhäuser Forum

Plaudereien im Dunstkreis von Untermhaus
Stammtischtermine
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BeitragVerfasst: Do 13.Aug 2020 13:49 
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Der MDR meldet Stand gestern Nachmittag die Ansiedlung eines neuen Amazon-Logistikzentrums auf einer Gewerbefläche in Gera-Cretzschwitz. Die Bauarbeiten haben bereits begonnen. Der Bau eines weiteren Verteilzentrums ist in Altenburg vorgesehen. Für die Stadt Gera entstehen laut Aussagen von OB Julian Vonarb bis zu 1.000 Arbeitsplätze ...

In den Kommentarspalten des MDR sowie in den einschlägigen sozialen "Netzwerken" tummeln sich derweil schon wieder die Kapitalismusgegner mit kruden Ansichten über die Arbeitsbedingungen usw. usf. Am besten gefiel mir allerdings der Kommentar: "In Gera kann man Goldbarren vor die Türen legen, die Leute würden auch daran was zum nörgeln finden. Ich freu mich für die Menschen die hier Arbeit finden :) "

Zum Artikel: https://www.mdr.de/thueringen/ost-thueringen/gera/amazon-baustelle-logistik-zentrum-industriegebiet-gera-cretzschwitz-100.html


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BeitragVerfasst: Do 13.Aug 2020 18:06 
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Auch für mich ist die Bewertung äußerst schwierig.

Frei nach Die Partei könnte ich launig sagen "für Gera reichts". Also: es sind Jobs und die brauchen wir dringend. Aber es sind mit hoher Wahrscheinlichkeit Jobs, die

- nicht anständig bezahlt werden (vgl. z.B. https://www.mdr.de/thueringen/mitte-wes ... r-100.html)

- keine zukunftsfähige (und künftig auch zwingend nötige) regionale Wirtschaftskreisläufe fördern

- den ohnehin nicht zukunftsfähigen Güter-Straßenverkehr noch weiter anheizen (Logistikzentren gehören künftig zwingend neben Bahnstrecken!)

- nicht mehr als nur "einfache" Jobs sind

- kein kreatives Potential in den Mitarbeitern wecken und somit nicht zur Erhöhung der Selbstachtung (Stichpunkt: Würde) der Mitarbeiter beitragen - genau das bräuchte Gera aber massiv


Zu deutsch: nachhaltig ist da nichts. Aus der Sicht globaler Notwendigkeiten sind das Jobs der Welt von gestern und heute und keine Jobs der Welt von morgen. Aber das wäre in Gera auch das letzte, was negativ auffallen würde. Insofern: passt schon. Es findet zusammen, was zusammen gehört.

Immerhin steht das Objekt mal in Gera und nicht im Landkreis und so kommt wohl auch Steuer-Geld in die Stadtkasse. Hoffentlich können wenigstens mit diesem Geld einige zukunftsfähige Projekte angegangen werden.


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BeitragVerfasst: Fr 14.Aug 2020 8:06 
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James T. Kirk hat geschrieben:
... Kommentar: "In Gera kann man Goldbarren vor die Türen legen, die Leute würden auch daran was zum nörgeln finden. Ich freu mich für die Menschen die hier Arbeit finden :) "...


Das ist ja auch verständlich. Wer rechnet denn damit beim Öffnen der Tür damit, dass da eine Stolperfalle liegt. Ich würde so etwas für unverantwortlich halten.
Selbst wenn ich mir durch den möglichen Sturz keine Verletzungen zuziehen würde, so müsste ich dann auch noch zusehen, was ich mit dem Klumpen mache.
Das Design taugt nicht für meine Steinsammlung, zum Einlagern im Keller fehlt der Platz.
Würde ich das Ding zur Bank bringen, würden die mir womöglich gar nicht glauben, wo ich den her habe. Am Ende stammt der noch von einem Bankraub und ich komme in den Knast.
Was sollte also daran gut sein? :motz: :motz: :motz: :mrgreen:


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BeitragVerfasst: Fr 14.Aug 2020 8:06 
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flopa99 hat geschrieben:
James T. Kirk hat geschrieben:
... Kommentar: "In Gera kann man Goldbarren vor die Türen legen, die Leute würden auch daran was zum nörgeln finden. ...


Das ist ja auch verständlich. Wer rechnet denn damit, beim Öffnen der Tür damit, dass da eine Stolperfalle liegt. Ich würde so etwas für unverantwortlich halten.
Selbst wenn ich mir durch den möglichen Sturz keine Verletzungen zuziehen würde, so müsste ich dann auch noch zusehen, was ich mit dem Klumpen mache.
Das Design taugt nicht für meine Steinsammlung, zum Einlagern im Keller fehlt der Platz.
Würde ich das Ding zur Bank bringen, würden die mir womöglich gar nicht glauben, wo ich den her habe. Am Ende stammt der noch von einem Bankraub und ich komme in den Knast.
Was sollte also daran gut sein? :motz: :motz: :motz: :mrgreen:


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BeitragVerfasst: Fr 14.Aug 2020 11:14 
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flopa99 hat geschrieben:
Das ist ja auch verständlich. Wer rechnet denn damit beim Öffnen der Tür damit, dass da eine Stolperfalle liegt.

Es ist tatsächlich eine Stolperfalle - eine Stolperfalle auf dem Weg zur Zukunftsfähigkeit. Aber die Erfahrung lehrt, dass die Zukunft erst in Angriff genommen wird, wenn alle Schritte auf dem Weg bis zur Gegenwart auch absolviert sind. Bei Kindern ist das so, bei der Bevölkerung allgemein auch (deshalb hat Ostdeutschland ja auch ab 1990 nichts eiliger zu tun gehabt, als die Fehler Westdeutschlands aus den 1960-1980er Jahren schnell alle nachzuholen, u.a. mit dem Ergebnis, dass es heute keine "planetenkompatible" Mobilitätsstruktur gibt und viele Menschen sogar dazu genötigt sind, sich ein Auto vorzuhalten und dieses auch zu nutzen). Auch Gera muss die Entwicklungsstufen offenbar der Reihe nach absolvieren und kann keine einfach überspringen. Also muss erstmal massenhaft unkreative, unfreie, die menschliche Seele schädigende und den Planeten schädigende Arbeit her.

Ich kann Gera dafür nicht kritisieren, es ist ein zwingender Ablauf. Gera kann nicht anders, genau wie viele andere Orte auch - darunter auch Orte, bei denen man nicht unbedingt erwartet, dass sie es "so nötig" haben. Gera und die Region hat es aber sogar bitter nötig. Es ist kein Bewusstsein auf der Ebene der einzelnen Menschen für die hier entstehende Problematik vorhanden, damit existiert auch kein kollektives Bewusstsein für diese Problematik und die Dinge können sich gar nicht anders entwickeln.


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BeitragVerfasst: Fr 14.Aug 2020 11:54 
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Eine wichtige Kleinigkeit finden wir im ersten MDR-Artikel, der da verlinkt wurde. Es entsteht ein Bauwerk für die "Amazon Distribution GmbH mit Sitz in Leipzig"!
Sollte sich der Herr Bezos tatsächlich entschließen, ordentlich Steuern zu bezahlen, so fällt die Gewerbesteuer in Leipzig an, nicht in Gera.


James T. Kirk hat geschrieben:
Für die Stadt Gera entstehen laut Aussagen von OB Julian Vonarb bis zu 1.000 Arbeitsplätze ...
Oberflächlich gesehen könnte das ein Gewinn für Gera sein. Aber man kann auch genauer hinsehen.
Soweit bekannt, sind die entstehenden Arbeitsplätze nicht so gut bezahlt. Dementsprechend niedrige Anteile an Lohnsteuer sind von den 1000 Beschäftigten zu erwarten.
Im ungünstigsten Fall werden diese Einnahmen der Kommune sofort wieder verbraucht, wenn einige Mitarbeiter, die eine Familie zu ernähren haben und im Jobcenter aufstocken müssen.
Wenn es besser läuft, könnte die Stadt eine Weile mit diesem Geld arbeiten, bevor diese Leute ins Rentenalter kommen und sich die Rente aufstocken lassen müssen.


Natürlich täusche ich mich gerne. Natürlich würde ich alle meine Worte hier zurücknehmen und die 14 Groschen dieses Beitrages zurück zahlen, wenn sich Jeff Bezos in Gera als eifriger Steuerzahler engagieren würde. Oder wenn er wenigstens einen Goldbarren vor die Rathaustür auf den Kornmarkt legen würde.



Pfiffikus,
der weiß, dass die Stadt und das Land bereits real in Vorleistung gegangen sind, um das Gewerbegebiet zu erschließen


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BeitragVerfasst: Fr 14.Aug 2020 22:02 
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Den Amazonarbeitern geht es mit Sicherheit gut. Da sorgen Gewerkschaft und Betriebsrat schon dafür. Außerdem gibt es zZ Anwesenheitsprämien. Jeder meckert, dass Gera bisher keinen großen Fisch an Land ziehen konnte. Jetzt hat es geklappt, also Freude bitte! Den Pendlern, die früher zu Quelle nach Nürnberg gekarrt wurden, ging es bestimmt schlechter. Einfach mal bewerben und sich das Ganze aus der Nähe ansehen... Dann urteilen!


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BeitragVerfasst: Sa 15.Aug 2020 9:19 
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James T. Kirk hat geschrieben:
Der Bau eines weiteren Verteilzentrums ist in Altenburg vorgesehen.


Interessant ist, dass in Gattendorf bei Hof (A9, A93, A72)
auch noch so ein Riesen-Teil hingebaut wird.

https://www.br.de/nachrichten/bayern/am ... en,S4dDT6J

Leipzig, Gera, Hof, Altenburg ...

Was sollen wir denn noch alles bei Amazon kaufen???

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BeitragVerfasst: So 16.Aug 2020 16:09 
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Aschemännl hat geschrieben:
Was sollen wir denn noch alles bei Amazon kaufen???
Alles. Das ist doch das Geschäftsmodell. Und wenn an jedem Dorf ein Logistikzentrum steht sind die Lieferzeiten auch kurz. Muss man also nicht mehr selber den Arsch hochkriegen sondern kann nun 24 Stunden anstatt 22 Stunden mit der Pulle in der ungewaschenen Pfote vor der Glotze auf dem Scheißtopf hockend vergammeln.


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BeitragVerfasst: Mi 19.Aug 2020 10:44 
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Sicherlich kann man über die Rolle von Versandhandelsunternehmen beim Aussterben von Innenstädten oder ähnlichen Problemen streiten. Dafür braucht man dann zwangsläufig auch mehr Verteil- und Logistikzentren. Das ist aber hier gerade nicht der Diskussionspunkt.

Entgegen aller Propaganda diverser Gewerkschafter und (zumeist linker) Politiker, zahlt Amazon Tariflohn. Nur halt nicht den, den die Wichtigtuer und Nichtsproduzierenden sich wünschen (Einzel- und Versandhandel). Amazon zahlt den Tariflohn der Logostikbranche. Bis vor wenigen Jahren tat dies z.B. auch LIDL noch. Dort wurde nicht gemeckert, sondern LIDL sogar für seine "überdurchschnittlichen" Löhne gelobt und gefeiert. Inzwischen bedient man auch dort ein anderes Tarifwerk, aber die zwei LIDL-Mitarbeiter, die ich persönlich kenne, waren vorher zufrieden und sind es auch jetzt. Fragt mal ein Journalist Amazon-Mitarbeiter, sind auch diese durchaus zufrieden mit Löhnen und Arbeitsbedingungen. An Arbeitsniederlegungen beteiligen sich üblicherweise nur sehr geringe Prozentzahlen der Mitarbeiter. Meist karren die Gewerkschaften sogar noch zusätzliche Leute vor die Werktore, damit es wenigstens nach einem kleinen Protest aussieht.

Der Vorwurf, nicht "anständig" zu bezahlen, ist angesichts eines Lohnes deutlich über dem Mindestlohn also nicht haltbar.
Der Vorwurf mit den Steuern dürfte angesichts der Tatsache, dass seit der Ansiedlung am Logistikstandort Erfurt seit 01.10.2019 Gewerbesteuern gezahlt werden, auch nur sehr schwer haltbar sein.
Der Vorwurf mit den regionalen Wirtschaftskreisläufen wirkt angesichts der von Asche bereits angeführten Standorte in der Umgebung auch sehr konstruiert.
Den Vorwurf mit dem kreativen Potential der Mitarbeiter - über den würde ich mal mit Lageristen bei LIDL, REWE, VW, Porsche, IKEA, Höffner, Rieger, ... reden wollen, die lachen sich schlapp.

Die Liste mit den fiktiven Vorwürfen, die es immer nur bei Amazon und Co. gibt, kann man beliebig weiter entkräften, wir leben halt trotz allem in einer kapitalistischen Welt!

Über lokale Heuschrecken in Korbußen mit gerade einmal Mindestlohn und äußerst bescheidenen Bedingungen regt sich doch auch keiner öffentlich auf!

Wir reden hier über die wahrscheinlich größte Wirtschaftsansiedlung in Gera seit der Wende. Kein Mensch wird gezwungen, dort zu arbeiten. Keiner von den Amazon-"Kritikern" hat je in einem Amazon-Werksstandort gearbeitet, aber alle wissen, dass die Bedingungen "schlecht" sind. Ich persönlich kenne nur einen einzigen Menschen, der mal bei Amazon gearbeitet hat, ein an seiner eigenen fehlenden Arbeitsorganisation gescheiterter Bankkaufmann. Heute arbeitet er bei einem süddeutschen Musikinstrumentegroßhändler in der Logistik. Zurückblickend auf seine Zeit bei Amazon sagte er mir neulich am Telefon, es sei die Zeit gewesen, wo er verglichen mit den Lebenshaltungskosten, ein sehr, sehr ordentliches Geld verdient hat. Klar musste er schuften, aber dafür ist es halt ein Job als Lagerist. Wer im Büro sitzen will, muss was anderes lernen oder zumindest versuchen, sich auf etwas anderes zu bewerben.

EINTAUSEND Arbeitsplätze - wenn die Gerschen da nicht arbeiten wollen sollten (was ich nicht glaube), wird es aufgrund der günstigen Lage direkt an der B2 mit Sicherheit auch genügend Bewerber aus der nahen Metropole Zeitz geben ...


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BeitragVerfasst: Mi 19.Aug 2020 11:54 
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James T. Kirk hat geschrieben:
Der Vorwurf mit den Steuern dürfte angesichts der Tatsache, dass seit der Ansiedlung am Logistikstandort Erfurt seit 01.10.2019 Gewerbesteuern gezahlt werden, auch nur sehr schwer haltbar sein.
Es wird interessant, zu beobachten, wie sich diese Sache entwickelt.

Die Buchhaltung von Amazon wird selbstverständlich sehr genau vergleichen, welche Hebesätze für die Gewerbesteuer in den einzelnen Standorten aufgerufen werden. Die Bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer ist der Gewinn. Und dementsprechend creativ wird man an die Sache heran gehen, an welchen Standorten wie viel Gewinn erwirtschaftet wird, wie viel Gewinn an anderen Standorten.
Mutmaßlich werden wir das am Ende im Forum und in der Öffentlichkeit nur schwer beurteilen können, weil man da das Steuergeheimnis vorschieben wird.


Pfiffikus,
der sich freuen würde, wenn er das an dieser Stelle zu pessimistisch beurteilt


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BeitragVerfasst: Do 20.Aug 2020 9:59 
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Du vergisst, dass neben der Gewerbesteuer natürlich auch ein gewisses Aufkommen an Lohnsteuer an die Gemeinde fließt. Rechnen wir mal stark vereinfacht für alle 1.000 potentiellen Mitarbeiter mit den von Amazon für Erfurt veröffentlichten Mindest-Tariflöhnen. Unter der Maßgabe, dass kein Urlaubs- oder Weihnachtsgeld gezahlt wird und wir die üblichen Bonuszahlungen für Wochenenden und Feiertage komplett ignorieren, zahlt jeder Arbeitnehmer min. 1.800 Euro Lohnsteuer pro Jahr.

15% der Lohnsteuer stehen der Gemeinde zu, den Rest kassieren Bund und Länder - macht pro Nase 270 Euro - bei 1.000 Beschäftigten 270.000 Euro Einnahmen für die Kommune ...


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BeitragVerfasst: Fr 28.Aug 2020 10:28 
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Und hier nun die offizielle Verlautbarung der Stadt von gestern zum Thema:

https://www.gera.de/sixcms/detail.php?id=240054&_lang=de

Zitat:
"Oberbürgermeister Julian Vonarb: „Internationaler Investor Amazon zeigt einmal mehr: Gera als Wirtschaftsstandort überregional wettbewerbsfähig“

Amazon plant ein Logistikzentrum im Ortsteil Gera-Cretzschwitz. Dies kann nun offiziell durch die Stadtverwaltung bestätigt werden. Damit reiht sich die Kommune in eine Riege von Städten mit Amazon Standorten wie Leipzig, Berlin, Dortmund und Mönchengladbach ein. Dazu Oberbürgermeister Julian Vonarb: „Die Stadt Gera freut es außerordentlich, dass die Verhandlungen positiv verliefen und das Grundstück den Zuschlag durch die attraktive Lage erhielt. Dass sich ein internationales Unternehmen wie Amazon bei uns ansiedelt, zeigt deutlich, dass Gera als Wirtschaftsstandort wettbewerbsfähig ist und im überregionalen Vergleich mithalten kann.“

Das Gebiet Cretzschwitz überzeugt maßgeblich durch seine Lage. Eine Autobahnanbindung des Areals ist ohne Ortsdurchfahrt möglich. Aktuell erfolgen Abstimmungen zur Organisation des zukünftig erhöhten Verkehrsaufkommens mit dem Thüringer Landesamt für Bau und Verkehr (TLBV). Im Norden ist durch die Ortsumgehung Zeitz ein guter Anschluss an die A9 und A38 Richtung Sachsen und Sachsen-Anhalt gegeben. Die zusammenhängende Größe von ca. 42ha mit 33ha Industriefläche wird einem Investor dieser Größenordnung in allen Belangen gerecht.

Ein besonderer Mehrwert bei der Ansiedlung liegt in der damit verbundenen Schaffung von rund 1000 Arbeitsplätzen für die Region. Davon ist Oberbürgermeister Julian Vonarb überzeugt: „Der Arbeitsmarkt in Gera und der Region Ostthüringen wird einen spürbaren Schub durch die hohe Anzahl an Arbeitsmöglichkeiten erleben. Langfristig werden berufliche Perspektiven geboten, jungen Menschen eine Zukunft ermöglicht und somit Gera als Heimat gestärkt.“

Veröffentlichung: 27.08.2020"

Quelle: Internetseite der Stadtverwaltung Gera


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BeitragVerfasst: Sa 29.Aug 2020 10:10 
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Stadt Gera hat geschrieben:
...Oberbürgermeister Julian Vonarb...

Die Stadt Gera kann den Namen noch so oft in den Text schreiben, der MDR-Videotext berichtete trotzdem wieder einmal vom "Oberbürgermeister Vornab" :facepalm:


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BeitragVerfasst: Sa 29.Aug 2020 13:37 
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Wollen wir mal hoffen, dass es in der Tat so kommt, wie vom OB erhofft!
Und hoffen wir, dass sich die Schäden für die Händler in der Innenstadt in Grenzen halten werden.


Pfiffikus,
der das Vorhaben trotz einiger Bedenken nicht schlecht reden will


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BeitragVerfasst: Sa 29.Aug 2020 17:36 
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Ich glaube nicht, dass es das Logistikzentrum schädlich für die Händler ist. Denn 1. wird es kein Einkaufscenter, 2. sind die Lieferzeiten von Amazon schon so niedrig, da werden verkürzte Anfahrtswege nichts ändern, 3. es immer noch Händler gibt, die meinen durch einen reinen Besucherverkehr langfristig existieren zu können und sich nicht mal die Mühe zu machen, einen informativen Internetauftritt anzuschaffen.


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BeitragVerfasst: Mi 02.Sep 2020 22:19 
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Wer von oder nach Zeitz unterwegs ist, möge die freie Fahrt auf der B2 noch einmal genießen. In Kürze wird dort eine Ampel errichtet, um den zusätzlich 6000 Fahrzeugen pro Tag das Abbiegen von und auf die B2 zu ermöglichen.


Pfiffikus,
der sich fragt, weshalb das kein Kreisverkehr wird


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BeitragVerfasst: Do 03.Sep 2020 17:40 
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pfiffikus hat geschrieben:
der sich fragt, weshalb das kein Kreisverkehr wird
Wird wohl teurer sein als eine Ampel.


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BeitragVerfasst: Do 03.Sep 2020 18:39 
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Bei den Baukosten hast Du wohl Recht. Es wäre eine Chance gewesen!
Betriebskosten dürften es bei einem Kreisverkehr weniger sein.
Üblicherweise gibt es in Kreisverkehren weniger Unfälle.


Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass Unfälle in Kreisverkehren glimpflicher verlaufen, weil die Geschwindigkeiten da niedriger sind


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BeitragVerfasst: Do 03.Sep 2020 22:19 
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Ist doch eh nur eine Übergangslösung bis der direkte Anschluß an den 4-spurigen Teil der Tangente hergestellt wird ...


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BeitragVerfasst: Fr 04.Sep 2020 20:36 
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James T. Kirk hat geschrieben:
Ist doch eh nur eine Übergangslösung bis der direkte Anschluß an den 4-spurigen Teil der Tangente hergestellt wird ...

Sicher? Der 4spurige Teil geht ja erst nach der Autobahn los. Das ist eine nicht gerade geringe Distanz.


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BeitragVerfasst: Fr 04.Sep 2020 21:40 
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Der 4-spurige Teil der Tangente geht stadtauswärts nur bis "Stonehenge" (Kreisverkehr Richtung B.Ost und Trebnitz),
danach geht es 2-spurig weiter in Richtung Zeitz.
Mal abgesehen von ein paar Auffahrt- und Einfädelspuren am Autobahnkreuz.


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BeitragVerfasst: Do 12.Nov 2020 17:50 
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Perfekt.
1000 weitere schlecht bezahlte Jobs in Gera und noch dazu in DER Sklaventreiberbude, die Mitarbeitern einen ordentlichen Tarifvertrag verweigert.
:laola:


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BeitragVerfasst: Fr 13.Nov 2020 0:05 
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Rosi hat geschrieben:
Perfekt.
1000 weitere schlecht bezahlte Jobs in Gera
Nun ja, oberflächlich betrachtet könnte man da zustimmen.

Praktisch ist an anderen Standorten zu beobachten, dass Amazon Personal sucht und einstellt, welches nicht so hoch qualifiziert ist. Hier finden Menschen einen Job, deren Chancen auf dem Arbeitsmarkt, auf dem vor allen Fachkräfte gesucht und begehrt sind, nur sehr beschränkt sind. Und diese Menschen werden zum großen Teil sehr sehr froh sein, überhaupt einen Job zu finden. (wenn sie einen Job wollen)


Rosi hat geschrieben:
in DER Sklaventreiberbude, die Mitarbeitern einen ordentlichen Tarifvertrag verweigert.
Soweit ich informiert bin, zahlt Amazon Tariflohn. Es gibt nur Leute, denen ist das nicht genug, die würden sich lieber wünschen, dass sich Amazon nach einem anderen Tarifvertrag richtet. Darf es vielleicht der BAT-Ost sein?


Pfiffikus,
der meint, dass die Arbeit von diesem Personal ohne Kundenkontakt in Lagerhäusern nach dem korrekten Tarifvertrag bezahlt wird


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BeitragVerfasst: Mi 06.Jan 2021 13:42 
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[ für die Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch bei Amazon ]

"Großes oder kleines Latinum?"



"Würde kleines nehmen - mit mittlerer Coke und Pommes ..."


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