Untermhäuser Forum

Plaudereien im Dunstkreis von Untermhaus
Stammtischtermine


Das Traumspiel von Wismut Gera
 
Aktuelle Zeit: Mi 19.Feb 2020 23:35

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 1:40 
Offline
Oberster Prügelknabe

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:41
Barvermögen:
3.048,98 Groschen

Beiträge: 5349
Wohnort: Debschwitz
Mit dem Anschluss von Gera ans Eisenbahnnetz sind doch in Gera Bahnübergänge entstanden, da die Gleise ebenerdig verlegt wurden. Mindestens in der Schleizer Straße und in der Hindenburgstraße müsste sich ein solcher Übergang befunden haben. In der De-Smit-Straße, Hainstraße, Neue Straße - keine Ahnung. Unter Umständen war auch noch eine Durchfahrt von der Flanzstraße in die Dammstraße möglich?

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann der Bahndamm höher gelegt, so dass die Züge über Eisenbahnbrücken fahren können und die Dammstraße unwiderruflich zur Sackgasse wurde.


An dieser Stelle habe ich mal ein paar Fragen zu diesem Umbau an die Historiker.
  • Wie lange haben sich denn die Baumaßnahmen für den Bahndamm zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof hingezogen. Ein abschnittsweiser Bau, wie in den kommenden Jahren in der Wiesestraße praktiziert, war ja naturgemäß nicht möglich.
  • Wie lange war für den Zeitraum der Bauarbeiten die Bahnstrecke gesperrt?
  • Wie lange waren die Straßenbahnlinien wegen des Brückenbaus unterbrochen?
  • Hat jemand noch Fotos von diesen Bauarbeiten?


Pfiffikus,
der das gerne mal mit dem Tempo heutiger Baustellen vergleichen würde


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 2:45 
Offline
Strippenzieher

Registriert: Fr 04.Mai 2012 20:33
Barvermögen:
1.414,12 Groschen

Beiträge: 4157
Wohnort: zu Hause
Vermutlich hat man kurze Rampen aufgeschüttet.
Der Hauptbahnhof war ja schon immer "oben", oder?

In der Neuen Straße gab es einen Übergang, auch für Fahrzeuge.

Dateianhang:
Gera Einband.jpg
Gera Einband.jpg [ 435.74 KiB | 327-mal betrachtet ]

Quelle: Innenseite Einband Gera-Buch


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 11:34 
Offline
Foren-UHU
Foren-UHU

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:56
Barvermögen:
7.622,50 Groschen

Beiträge: 7834
Wohnort: Gera
Im Buch "100 Jahre Geraer Straßenbahn" heißt es auf Seite 44 nur, dass die Hochlegung von Teilen des Eisenbahngleises in den Jahren von 1908 bis 1911 erfolgte.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es im Geraer Stadtarchiv noch entsprechende Akten und Unterlagen gibt.
Auf den Bilder sehen wir den Zustand vor und nach der Höherlegung. Zu den Bauarbeiten kann ich zumindest mit einem Foto beitragen.


Dateianhänge:
IMG_20191224_0001.jpg
IMG_20191224_0001.jpg [ 576.61 KiB | 315-mal betrachtet ]
IMG_20191224_0002.jpg
IMG_20191224_0002.jpg [ 664.84 KiB | 315-mal betrachtet ]
IMG_20191224_0004.jpg
IMG_20191224_0004.jpg [ 610.88 KiB | 315-mal betrachtet ]
IMG_20191224_0005.jpg
IMG_20191224_0005.jpg [ 726.79 KiB | 315-mal betrachtet ]
IMG_20191224_0003.jpg
IMG_20191224_0003.jpg [ 524.01 KiB | 315-mal betrachtet ]
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:01 
Offline
Oberster Prügelknabe

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:41
Barvermögen:
3.048,98 Groschen

Beiträge: 5349
Wohnort: Debschwitz
Hallo archivar, hallo Asche,

archivar hat geschrieben:
Hochlegung von Teilen des Eisenbahngleises in den Jahren von 1908 bis 1911
genau dieser Zeitraum erscheint mir irgendwie ungewöhnlich. Heißt das, dass wegen dieser Maßnahme der Bahnverkehr 3 Jahre lang unterbrochen war?

Immerhin war die Bahn zu großen Teilen mit Güterverkehr ausgelastet. Allein die Brennstoffversorgung war sicherlich Essentiell. Wie sind denn während dieses Zeitraumes Weida, Wünschendorf oder Greiz mit Kohle versorgt worden? Viele Waren wurden hier produziert und mussten in alle Welt verkauft werden...


Pfiffikus,
der sich nicht vorstellen kann, dass man da zuvor den Vorrat für 3 Jahre gehortet hatte


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:15 
Offline
Foren-UHU
Foren-UHU

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:56
Barvermögen:
7.622,50 Groschen

Beiträge: 7834
Wohnort: Gera
Die Brennstoffversorgung wurde zu einem wesentlichen Teil durch die GMWE realisiert, die die Kohle aus dem Wuitz-Mumsdorfer Revier zum Endbahnhof Pforten brachte. Von dort aus wurde die Kohle unter Nutzung des Straßenbahnnetzes in die Betriebe gebracht.
Aber du hast ein interessantes Thema aufgeworfen. Ich werde im kommenden Jahr mal im Archiv nachfragen, evtl. lässt sich sogar ein Vortrag daraus machen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:15 
Offline
Strippenzieher

Registriert: Fr 04.Mai 2012 20:33
Barvermögen:
1.414,12 Groschen

Beiträge: 4157
Wohnort: zu Hause
Kohle kam damals über die Wuitz-Mumsdorfer.
Sollte ich mich richtig erinnern,
dann war die Strecke zwischen Gera Süd und Gera Hbf mindestens dreigleisig.
Siehe Foto oben.
Die Brücken sind zweigeteilt.
Man konnte also so arbeiten, wie jetzt an der Lusaner B92-Brücke.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:29 
Offline
Oberster Prügelknabe

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:41
Barvermögen:
3.048,98 Groschen

Beiträge: 5349
Wohnort: Debschwitz
@Aschemännl
Ja, das konnte die einzige Alternative gewesen sein.

archivar hat geschrieben:
Von dort aus wurde die Kohle unter Nutzung des Straßenbahnnetzes in die Betriebe gebracht.
Deshalb hatte ich ja weniger Sorgen um die Versorgung von Gera, sondern zum Beispiel von Weida mit seinem Lederwerk.


Pfiffikus,
der sich nur riesige Umwege über Westsachsen oder das Saaletal vorstellen kann


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:35 
Offline
Strippenzieher

Registriert: Fr 04.Mai 2012 20:33
Barvermögen:
1.414,12 Groschen

Beiträge: 4157
Wohnort: zu Hause
Der Güterbahnhof Gera Süd (in Richtung Weida) war immer flach.
Kohle braucht keine Bahnsteige.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:53 
Offline
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:53
Barvermögen:
1.724,63 Groschen

Beiträge: 2447
Aschemännl hat geschrieben:
Vermutlich hat man kurze Rampen aufgeschüttet.
Der Hauptbahnhof war ja schon immer "oben", oder?

Die Bahnsteige wurden am Hauptbahnhof auch später mit hoch gesetzt.
Siehe (im neuen Buch vom Archi) der Empfang des sächsischen Königs, war der Bahnsteig noch unten.
Die Baumaßnahmen am Damm hat man so geregelt, dass erst eine Seite, dann die andere Seite hochgesetzt wurde.
Streckenunterbrechungen konnte man dadurch größten Teil umgehen.
Beim Bild "Blick in die Bahnhofstr.(Toller_)" steht der Fotograf schon auf der neuen Straßenüberführung,
siehe die schon fertig genieteten Trägerteile, welche im unteren Teil des Bildes zu sehen sind,
indes unten noch die alten Gleisanlagen mit den Schranken in betrieb zu sehen sind.


Dateianhänge:
005 Tollerstraße Bahnübergang.jpg
005 Tollerstraße Bahnübergang.jpg [ 340.12 KiB | 303-mal betrachtet ]
Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 12:56 
Offline
Oberster Prügelknabe

Registriert: Mi 05.Mär 2003 14:41
Barvermögen:
3.048,98 Groschen

Beiträge: 5349
Wohnort: Debschwitz
Aschemännl hat geschrieben:
Der Güterbahnhof Gera Süd (in Richtung Weida) war immer flach.
Sollten die Kohlewaggons mit der Straßenbahn von der Wuitz-Mumsdorfer zum Südbahnhof überführt worden sein?

Die Höherlegung der Gleise erfolgte ja nicht spontan, sondern mit einem gewissen Planungsvorlauf. Da hat man sich ganz sicher auch Gedanken um die unterbrochenen Güterströme gemacht.


Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass man dann für diese Transporte einen Lückenschluss der Schienen zwischen Südbahnhof und Pforten mit Normalspur hergestellt hätte


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 14:57 
Offline
Strippenzieher

Registriert: Fr 04.Mai 2012 20:33
Barvermögen:
1.414,12 Groschen

Beiträge: 4157
Wohnort: zu Hause
Nee, die Einfahrt vom Straßenbahnnetz auf das Güterbahnhof-Süd-Gelände befand sich dort,
wo die Reichsstraße den Knick hat.
Gegenüber der Straße zur Himmelsleiter.

Die Spurweite war gleich. 1,00 Meter.
Man brauchte eigentlich nur ein anderes Zugfahrzeug, oder?


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 15:43 
Offline
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Registriert: Do 16.Aug 2007 10:42
Barvermögen:
3.110,99 Groschen

Beiträge: 1177
Wohnort: Gera-Lusan
Aschemännl hat geschrieben:
Nee, die Einfahrt vom Straßenbahnnetz auf das Güterbahnhof-Süd-Gelände befand sich dort,
wo die Reichsstraße den Knick hat.
Gegenüber der Straße zur Himmelsleiter.

Die Spurweite war gleich. 1,00 Meter.
Man brauchte eigentlich nur ein anderes Zugfahrzeug, oder?


jo, das waren die E-Loks
jeder größere Betrieb in Gera hatte einen Gleisanlschluss ausgehehend vom Straba-Netz

das erste Bild zeigt den Übergangsanschluss zwischen StraBa und Eisenbahn am Süd-Bhf
das zweite Bild = E-lok3 mit einem Eisenbahn-wagon auf einer extra gefertigten Vorrichtung für die kleiner StraBa-Spur (100mm)
Dateianhang:
anschluss_sued.jpg
anschluss_sued.jpg [ 187.73 KiB | 291-mal betrachtet ]


Dateianhang:
elok3.jpg
elok3.jpg [ 682.61 KiB | 291-mal betrachtet ]


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 16:10 
Offline
Strippenzieher

Registriert: Fr 04.Mai 2012 20:33
Barvermögen:
1.414,12 Groschen

Beiträge: 4157
Wohnort: zu Hause
Die Wuitzer und die Straßenbahn hatten beide 1,00m.
Auf dem unteren Foto dürfte ein Wagon mit Regelspurbreite (1,435m) aufgeladen sein.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Di 24.Dez 2019 17:03 
Offline
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Registriert: Do 16.Aug 2007 10:42
Barvermögen:
3.110,99 Groschen

Beiträge: 1177
Wohnort: Gera-Lusan
Aschemännl hat geschrieben:
Die Wuitzer und die Straßenbahn hatten beide 1,00m.
Auf dem unteren Foto dürfte ein Wagon mit Regelspurbreite (1,435m) aufgeladen sein.


Richtig, damit auch Eisenbahnwagons mit der größeren Spurweite (1,435m) auf dem Schienennetz der Geraer-StraBa
tranportiert werden konnten


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Gersche Bahnübergänge
BeitragVerfasst: Mo 30.Dez 2019 14:49 
Offline
Lebende Forenlegende
Lebende Forenlegende

Registriert: Do 16.Aug 2007 10:42
Barvermögen:
3.110,99 Groschen

Beiträge: 1177
Wohnort: Gera-Lusan
Hier rollt wohl der erste Zug über die neugebaute Brücke in der Schleizer Str. und über den höher gelegten Bahndamm zwischen Gera-Süd (damals noch Neuer Sächsischer Bhf) und Hbf (Preussischer Bhf).
Datiert auf 1909, also war das/der die wichtigste Brücke/Bahnübergang, denn hier fuhren die Bahnen nach Pöppeln und Debschwitz.
Dateianhang:
erste_zug12.jpg
erste_zug12.jpg [ 875.22 KiB | 248-mal betrachtet ]


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 15 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
POWERED_BY
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de