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Die deutsche Sprache ist in Gefahr
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Autor:  Barbara [ Fr 10.Okt 2008 14:01 ]
Betreff des Beitrags: 

Naja, mit "Umgangssprache" hab ich hier so meine Erfahrungen gemacht: Die Umgangssprache ist Schwäbisch/Alemannisch! Völlig verschieden von Hochdeutsch, kann man evtl. mit Plattdeutsch vergleichen - aber eben gaaaanz anders. Inzwischen verstehe ich die Leute ja wenigstens. Der Vers trifft zu, womit das "Ländle" wirbt: "Wir können alles - außer hochdeutsch." In der Schule lernen die Kinder natürlich hochdeutsch.

Die Berliner Umgangssprache kenne ich auch noch zur Genüge, habe lange genug gewohnt in der Gegend. Gemerkt habe ich mir: Der Berliner sagt immer "MIR", auch wenns richtig ist.
Und dieser Satz gefällt mir ganz besonders:
"Oochen zu, tücksch mang un druff!"
Was soviel heißt wie: "Augen zu und durch." :lol:

Autor:  pfiffikus [ Sa 11.Okt 2008 12:32 ]
Betreff des Beitrags: 

strubbelmiez_1975 hat geschrieben:
Tja, also das "hamwa" , "sindwa" etc. kenne ich sogar aus der Umgangssprache (Berlin und Umland *gg*) da wird nur so geredet :D und ich schreibe auch oft in Foren was wie "haste, kannste, willste" :D

Ja, diese Worte kann man sehr gut als Weiterentwicklung der deutschen Sprache zum Zwecke der Effektivierung ansehen. Dafür gibt es in früherer Zeit genügend Beispiele, über die sich heute keiner mehr wundert:
"zu dem" wurde kurzerhand zu "zum"
"in dem" wurde zu "im"
"an dem" wurde zu "am"
"kannst du" wurde zu "kannste"
Germanisten haben wahrscheinlich einen Fachbegriff für solche Verkürzungen griffbereit.


strubbelmiez_1975 hat geschrieben:
Schlimmer fand ich noch immer bei jedem Satzanfang und Satzende das "Alder" :D selbst bei Grundschülern :?

Dieses Wort am Satzanfang hat eine andere Funktion. Der Sprecher hat etwas mitzuteilen, während die (potentiellen) Zuhörer ihre Aufmerksamkeit noch irgendeiner anderen Sache widmen. Indem ein solches Wort ohne größere semantische Bedeutung vorangestellt wird, kommt zum Ausdruck, dass der Sprecher gerade gedenkt, einen bedeutungsschwangeren Satz von sich zu geben.


Pfiffikus,
der nicht jedes Mal voranstellen würde "Ey Leute, hört mal, ..."

Autor:  dreckige Hose [ Mo 17.Nov 2008 20:31 ]
Betreff des Beitrags: 

Ja, die deutsche Sprache ist in Gefahr, auch weil es offenbar Leute gibt die nicht in der Lage sind eindeutige Sätze zu bilden. Folgendes steht heute in der TLZ:
In Gedenken an Rudolf Diener legten gestern Jugendliche aus dem linken und antifaschistischen Spektrum sowie Mitglieder der Partei Die Linke Blumen am Grab des Widerstandskämpfers nieder. .... In Absprache mit Rudolf Dieners Sohn Gerhard wolle man es nun zur Tradition werden lassen, jährlich am Grab der Toten zu gedenken, kündigte Peter Lückmann (Die Linke) an. Gleichzeitig protestierten die 23 Anwesenden gegen die Kranzniederlegung, zu der die NPD eingeladen hatte.
Wozu hat die npd eingeladen?

Autor:  Alter Schotte [ Mo 17.Nov 2008 20:53 ]
Betreff des Beitrags: 

dreckige Hose hat geschrieben:
Wozu hat die npd eingeladen?

Lt dem Satzbau zur Kranzniederlegung. :lol: Aber das waren doch die Linken :roll:
TLZ und OTZ haben scheinbar kein Geld mehr für Schriftprüfer. Die Texte sind täglich voller Fehler, sogar in den Überschriften. Auch auf der Kinderseite "Klar!" der TLZ ist das manchmal nicht besser - kein gutes Vorbild für die Kinder! Peinlich wird es in Todesannoncen, wie letztens bei einer Bekannten. Die darauffolgende Danksagung enthielt wieder einen Fehler. Sowas darf einfach nicht passieren.

Autor:  René [ Di 18.Nov 2008 15:12 ]
Betreff des Beitrags: 

Das betrifft aber nicht nur OTZ und TLZ, sondern bestimmt auch die meisten anderen Zeitungen in Deutschland. Genauso ist es auch bei den Meldungen im Videotext (mir persönlich ist hier vor allem der MDR negativ aufgefallen).

Autor:  Barbara [ Di 18.Nov 2008 16:23 ]
Betreff des Beitrags: 

Ich habe mal eine Zeit lang Polizeimeldungen auf derartige Ungereimtheiten durchforstet .. war echt "luschtig"!

Autor:  Blixus [ Di 18.Nov 2008 17:32 ]
Betreff des Beitrags: 

Hörst du auch den Polizeifunk ab? :wink:

Autor:  Barbara [ Di 18.Nov 2008 23:01 ]
Betreff des Beitrags: 

Nein, natürlich nicht. Ich werte nur Gedrucktes aus ...

Autor:  James T. Kirk [ Do 20.Nov 2008 8:39 ]
Betreff des Beitrags: 

Brauchst Du auch nicht. In Gera ist immer Dienstags Hobby-"Kampf- und Feiertag der Werktätigen" in Grün/Braun ...

Autor:  Alter Schotte [ Do 20.Nov 2008 13:51 ]
Betreff des Beitrags: 

Bis zu 5000 Euro Strafe für Sprachsünder in der Slowakei

Das slowakische Kulturministerium setzt sich für eine korrekte Landessprache ein. Bis zu 5000 Euro Strafe sollen künftig Sprachsündern drohen, die gegen die Regeln ihrer Muttersprache verstoßen. Das Kulturministerium begründet seinen Gesetzesvorschlag mit dem Verfall der Sprachkultur in den Medien und in der Öffentlichkeit.
Unter anderem würden viel zu häufig auch dann Fremdwörter verwendet, wenn es ein entsprechendes slowakisches Wort gebe. Die Gesetzesrevision würde in ihrer derzeitigen Formulierung auch Grammatik- und Rechtschreibfehler unter Strafe stellen.

Quelle: google

Autor:  archivar [ Do 20.Nov 2008 20:09 ]
Betreff des Beitrags: 

Von den Slowaken lernen heißt von den Siegern lernen.

Autor:  James T. Kirk [ Fr 21.Nov 2008 9:03 ]
Betreff des Beitrags: 

Alter Schotte hat geschrieben:
... Die Gesetzesrevision würde in ihrer derzeitigen Formulierung auch Grammatik- und Rechtschreibfehler unter Strafe stellen...


Wie jetzt? Rechtschreibfehler in einer öffentlich gemachten Diplom- oder Doktorarbeit kosten 5000 Euro? Bei allem Verständnis für Sprachenschutz und auch Befürwortung, finde ich das geringfügig überzogen ... :wink:

Autor:  René [ So 23.Nov 2008 10:59 ]
Betreff des Beitrags: 

Hm... wäre auch ne Möglichkeit für Deutschland. Dann würden solche Sachen, wie ich sie jetzt gerade im Videotext des MDR gesehen hab, bestimmt seltener auftauchen. Die schreiben nämlich in den Nachrichten aus Thüringen nicht von Schneefall, sondern von "leichten Schnellfällen"...

Autor:  Barbara [ So 23.Nov 2008 11:35 ]
Betreff des Beitrags: 

Ist doch völlig richtig. Bei leichtem Schneefall wird es glatt und die Leute fallen schnell mal hin ... :lol:

Autor:  René [ So 23.Nov 2008 20:49 ]
Betreff des Beitrags: 

Stimmt eigentlich. Da hätte ich auch selber drauf kommen können :lol:

Autor:  James T. Kirk [ Mo 24.Nov 2008 8:58 ]
Betreff des Beitrags: 

Aber solange es bei Rechtschreibfehlern bleibt, ist das doch alles harmlos. Viel schöner ist der alljährliche Radiobericht der Deutschen Welle vom Springreitturnier aus dem westsächsischen Gera ... :lol: :lol: :lol:

Autor:  Lazarus [ Mo 24.Nov 2008 12:18 ]
Betreff des Beitrags: 

James T. Kirk hat geschrieben:
Springreitturnier aus dem westsächsischen Gera ... :lol: :lol: :lol:


Hm, ja, und? Wo kommen denn die ganzen "Geraer" her? Westsachsen passt schon. :D

Autor:  James T. Kirk [ Mo 24.Nov 2008 13:47 ]
Betreff des Beitrags: 

Tja, das erinnert irgendwie an die Witze aus dem Jahre ´87.
"Wo waren die Einwohner von Dresden & Leipzig im Jahr 1237 ?"

Zur Grundsteinlegung in den Dörfern Berlin und Gera ...

Aber wir schweifen vom Thema gefährdete dt. Sprache ganz schön weit ab. Die einzige Entschuldigung könnte sein, dass das heutige (Hoch-)deutsch vom Sächsischen abstammt ... :lol:

Autor:  Barbara [ Mo 24.Nov 2008 16:45 ]
Betreff des Beitrags: 

... und dass das, was wir umgangssprachlich als "sächsisch" bezeichnen eigentlich "ostthüringisch" ist.

Autor:  dreckige Hose [ Mo 24.Nov 2008 19:01 ]
Betreff des Beitrags: 

James T. Kirk hat geschrieben:
dass das heutige (Hoch-)deutsch vom Sächsischen abstammt ... :lol:
Der Luther hats vergeigt mit seiner Bibelübersetzung. Hätte sich ja auch einen anderen Dialekt raussuchen können anstatt den damals anhältischen Lokalschlapper (was heute als Hochdeutsch gilt).

Autor:  Barbara [ Di 02.Dez 2008 20:32 ]
Betreff des Beitrags: 

Gefunden bei Yahoo-Nachrichten

Deutsch-Passage ins Grundgesetz?

Berlin (ddp). Die CDU will die deutsche Sprache durch das Grundgesetz schützen. Die Mehrheit der Delegierten des CDU-Bundesparteitages beschloss am Dienstag in Stuttgart, das Bekenntnis «Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch» in der Verfassung zu verankern. CDU-Chefin und Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich gegen den Vorstoß. Auch in den anderen Parteien stieß der Vorschlag der Christdemokraten auf Ablehnung. Positiv äußerten sich der Verein Deutsche Sprache (VDS), der bereits vor längerer Zeit einen solchen Schritt angeregt hatte, sowie der Deutsche Kulturrat.
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Autor:  dreckige Hose [ Mi 03.Dez 2008 1:50 ]
Betreff des Beitrags: 

Barbara hat geschrieben:
«Die Sprache der Bundesrepublik ist Deutsch»

Seit wann spricht denn die Bundesrepublik?

Barbara hat geschrieben:
in der Verfassung zu verankern.

Soweit ich weiß haben wir doch nur ein GG. ??

Wie auch immer, was solls, ist doch egal was in dem Papier steht, daran halten tut sich doch eh keiner. Es steht nämlich auch drin (sogar ganz ganz vorne) Die Würde des Menschen ist unantastbar :)totlach :)totlach :)totlach
oder
Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
Mal ehrlich, das ganze ist doch ne Witzesammlung irgendeines Komikers.

Autor:  James T. Kirk [ Mi 03.Dez 2008 8:55 ]
Betreff des Beitrags: 

dreckige Hose hat geschrieben:
Mal ehrlich, das ganze ist doch ne Witzesammlung irgendeines Komikers.


Da irrst Du. Die Altvorderen der Bundesrepublik haben seinerzeit einen utopischen Roman verfaßt, dessen Zukunft halt nur noch nicht eingetreten ist ...

Autor:  archivar [ So 07.Dez 2008 19:02 ]
Betreff des Beitrags: 

"Wer überzieht Deutschland mit unnötigen und für die Mehrheit gänzlich unverständlichen Anglizismen? Nicht "die" Amerikaner, von denen zu viele niemals eine Fremdsprache gelernt und ihr eigenes Land noch nie verlassen haben.....Die Übeltäter sitzen hier in unserem eigenen Land, in den Führungspositionen von Staat und Wirtschaft. Sie stehen an der Spitze großer deutscher Konzerne - in Banken und Versicherungen, bei der (ehemals Deutschen) Bahn oder bei der Post.....Die Verantwortlichen sitzen in den Chefetagen. Und sie handeln nicht aus Unterwürfigkeit, sondern aus Arroganz und Kundenverachtung. Bei der Misshandlung der Landessprache bedürfen Dummheit und Überheblichkeit keines Imports aus anderen Ländern, sie sind in Deutschland, in der Heimat des "Exportweltmeisters", solide verankert."

Gefunden in "Sprachnachrichten" Nr. 40 / Dezember 2008

Autor:  René [ So 07.Dez 2008 22:18 ]
Betreff des Beitrags: 

Ganz richtig. Endlich sagt es mal jemand.

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