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Gersche Bahnübergänge
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Seite 1 von 1

Autor:  pfiffikus [ Di 24.Dez 2019 1:40 ]
Betreff des Beitrags:  Gersche Bahnübergänge

Mit dem Anschluss von Gera ans Eisenbahnnetz sind doch in Gera Bahnübergänge entstanden, da die Gleise ebenerdig verlegt wurden. Mindestens in der Schleizer Straße und in der Hindenburgstraße müsste sich ein solcher Übergang befunden haben. In der De-Smit-Straße, Hainstraße, Neue Straße - keine Ahnung. Unter Umständen war auch noch eine Durchfahrt von der Flanzstraße in die Dammstraße möglich?

Anfang des 20. Jahrhunderts wurde dann der Bahndamm höher gelegt, so dass die Züge über Eisenbahnbrücken fahren können und die Dammstraße unwiderruflich zur Sackgasse wurde.


An dieser Stelle habe ich mal ein paar Fragen zu diesem Umbau an die Historiker.
  • Wie lange haben sich denn die Baumaßnahmen für den Bahndamm zwischen Südbahnhof und Hauptbahnhof hingezogen. Ein abschnittsweiser Bau, wie in den kommenden Jahren in der Wiesestraße praktiziert, war ja naturgemäß nicht möglich.
  • Wie lange war für den Zeitraum der Bauarbeiten die Bahnstrecke gesperrt?
  • Wie lange waren die Straßenbahnlinien wegen des Brückenbaus unterbrochen?
  • Hat jemand noch Fotos von diesen Bauarbeiten?


Pfiffikus,
der das gerne mal mit dem Tempo heutiger Baustellen vergleichen würde

Autor:  Aschemännl [ Di 24.Dez 2019 2:45 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Vermutlich hat man kurze Rampen aufgeschüttet.
Der Hauptbahnhof war ja schon immer "oben", oder?

In der Neuen Straße gab es einen Übergang, auch für Fahrzeuge.

Dateianhang:
Gera Einband.jpg
Gera Einband.jpg [ 435.74 KiB | 670-mal betrachtet ]

Quelle: Innenseite Einband Gera-Buch

Autor:  archivar [ Di 24.Dez 2019 11:34 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Im Buch "100 Jahre Geraer Straßenbahn" heißt es auf Seite 44 nur, dass die Hochlegung von Teilen des Eisenbahngleises in den Jahren von 1908 bis 1911 erfolgte.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass es im Geraer Stadtarchiv noch entsprechende Akten und Unterlagen gibt.
Auf den Bilder sehen wir den Zustand vor und nach der Höherlegung. Zu den Bauarbeiten kann ich zumindest mit einem Foto beitragen.

Dateianhänge:
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Autor:  pfiffikus [ Di 24.Dez 2019 12:01 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Hallo archivar, hallo Asche,

archivar hat geschrieben:
Hochlegung von Teilen des Eisenbahngleises in den Jahren von 1908 bis 1911
genau dieser Zeitraum erscheint mir irgendwie ungewöhnlich. Heißt das, dass wegen dieser Maßnahme der Bahnverkehr 3 Jahre lang unterbrochen war?

Immerhin war die Bahn zu großen Teilen mit Güterverkehr ausgelastet. Allein die Brennstoffversorgung war sicherlich Essentiell. Wie sind denn während dieses Zeitraumes Weida, Wünschendorf oder Greiz mit Kohle versorgt worden? Viele Waren wurden hier produziert und mussten in alle Welt verkauft werden...


Pfiffikus,
der sich nicht vorstellen kann, dass man da zuvor den Vorrat für 3 Jahre gehortet hatte

Autor:  archivar [ Di 24.Dez 2019 12:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Die Brennstoffversorgung wurde zu einem wesentlichen Teil durch die GMWE realisiert, die die Kohle aus dem Wuitz-Mumsdorfer Revier zum Endbahnhof Pforten brachte. Von dort aus wurde die Kohle unter Nutzung des Straßenbahnnetzes in die Betriebe gebracht.
Aber du hast ein interessantes Thema aufgeworfen. Ich werde im kommenden Jahr mal im Archiv nachfragen, evtl. lässt sich sogar ein Vortrag daraus machen.

Autor:  Aschemännl [ Di 24.Dez 2019 12:15 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Kohle kam damals über die Wuitz-Mumsdorfer.
Sollte ich mich richtig erinnern,
dann war die Strecke zwischen Gera Süd und Gera Hbf mindestens dreigleisig.
Siehe Foto oben.
Die Brücken sind zweigeteilt.
Man konnte also so arbeiten, wie jetzt an der Lusaner B92-Brücke.

Autor:  pfiffikus [ Di 24.Dez 2019 12:29 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

@Aschemännl
Ja, das konnte die einzige Alternative gewesen sein.

archivar hat geschrieben:
Von dort aus wurde die Kohle unter Nutzung des Straßenbahnnetzes in die Betriebe gebracht.
Deshalb hatte ich ja weniger Sorgen um die Versorgung von Gera, sondern zum Beispiel von Weida mit seinem Lederwerk.


Pfiffikus,
der sich nur riesige Umwege über Westsachsen oder das Saaletal vorstellen kann

Autor:  Aschemännl [ Di 24.Dez 2019 12:35 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Der Güterbahnhof Gera Süd (in Richtung Weida) war immer flach.
Kohle braucht keine Bahnsteige.

Autor:  clarino [ Di 24.Dez 2019 12:53 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Aschemännl hat geschrieben:
Vermutlich hat man kurze Rampen aufgeschüttet.
Der Hauptbahnhof war ja schon immer "oben", oder?

Die Bahnsteige wurden am Hauptbahnhof auch später mit hoch gesetzt.
Siehe (im neuen Buch vom Archi) der Empfang des sächsischen Königs, war der Bahnsteig noch unten.
Die Baumaßnahmen am Damm hat man so geregelt, dass erst eine Seite, dann die andere Seite hochgesetzt wurde.
Streckenunterbrechungen konnte man dadurch größten Teil umgehen.
Beim Bild "Blick in die Bahnhofstr.(Toller_)" steht der Fotograf schon auf der neuen Straßenüberführung,
siehe die schon fertig genieteten Trägerteile, welche im unteren Teil des Bildes zu sehen sind,
indes unten noch die alten Gleisanlagen mit den Schranken in betrieb zu sehen sind.

Dateianhänge:
005 Tollerstraße Bahnübergang.jpg
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Autor:  pfiffikus [ Di 24.Dez 2019 12:56 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Aschemännl hat geschrieben:
Der Güterbahnhof Gera Süd (in Richtung Weida) war immer flach.
Sollten die Kohlewaggons mit der Straßenbahn von der Wuitz-Mumsdorfer zum Südbahnhof überführt worden sein?

Die Höherlegung der Gleise erfolgte ja nicht spontan, sondern mit einem gewissen Planungsvorlauf. Da hat man sich ganz sicher auch Gedanken um die unterbrochenen Güterströme gemacht.


Pfiffikus,
der davon ausgeht, dass man dann für diese Transporte einen Lückenschluss der Schienen zwischen Südbahnhof und Pforten mit Normalspur hergestellt hätte

Autor:  Aschemännl [ Di 24.Dez 2019 14:57 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Nee, die Einfahrt vom Straßenbahnnetz auf das Güterbahnhof-Süd-Gelände befand sich dort,
wo die Reichsstraße den Knick hat.
Gegenüber der Straße zur Himmelsleiter.

Die Spurweite war gleich. 1,00 Meter.
Man brauchte eigentlich nur ein anderes Zugfahrzeug, oder?

Autor:  HaPe [ Di 24.Dez 2019 15:43 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Aschemännl hat geschrieben:
Nee, die Einfahrt vom Straßenbahnnetz auf das Güterbahnhof-Süd-Gelände befand sich dort,
wo die Reichsstraße den Knick hat.
Gegenüber der Straße zur Himmelsleiter.

Die Spurweite war gleich. 1,00 Meter.
Man brauchte eigentlich nur ein anderes Zugfahrzeug, oder?


jo, das waren die E-Loks
jeder größere Betrieb in Gera hatte einen Gleisanlschluss ausgehehend vom Straba-Netz

das erste Bild zeigt den Übergangsanschluss zwischen StraBa und Eisenbahn am Süd-Bhf
das zweite Bild = E-lok3 mit einem Eisenbahn-wagon auf einer extra gefertigten Vorrichtung für die kleiner StraBa-Spur (100mm)
Dateianhang:
anschluss_sued.jpg
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elok3.jpg
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Autor:  Aschemännl [ Di 24.Dez 2019 16:10 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Die Wuitzer und die Straßenbahn hatten beide 1,00m.
Auf dem unteren Foto dürfte ein Wagon mit Regelspurbreite (1,435m) aufgeladen sein.

Autor:  HaPe [ Di 24.Dez 2019 17:03 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Aschemännl hat geschrieben:
Die Wuitzer und die Straßenbahn hatten beide 1,00m.
Auf dem unteren Foto dürfte ein Wagon mit Regelspurbreite (1,435m) aufgeladen sein.


Richtig, damit auch Eisenbahnwagons mit der größeren Spurweite (1,435m) auf dem Schienennetz der Geraer-StraBa
tranportiert werden konnten

Autor:  HaPe [ Mo 30.Dez 2019 14:49 ]
Betreff des Beitrags:  Re: Gersche Bahnübergänge

Hier rollt wohl der erste Zug über die neugebaute Brücke in der Schleizer Str. und über den höher gelegten Bahndamm zwischen Gera-Süd (damals noch Neuer Sächsischer Bhf) und Hbf (Preussischer Bhf).
Datiert auf 1909, also war das/der die wichtigste Brücke/Bahnübergang, denn hier fuhren die Bahnen nach Pöppeln und Debschwitz.
Dateianhang:
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